Archiv für den Tag: 5. Januar 2012

InStyle in Südamerika

Nach all den Sport- und Grillnachrichten ist es heute an mir, eine Seite mit all den schönen Themen zu füllen, die Frauen bewegen:

a) Schuhe
b) Schminken
c) Schlank bleiben
d) Shopping

a) Schuhe
Nach mehreren Wochen Südamerika habe ich gelernt, dass Flip-Flops wirklich in fast allen Lebenslagen das korrekte Schuhwerk sind. Ob in der hippen Sushi-Bar in Rio oder am Rande des großen Gletschers Perito Moreno, mit Flip-Flops schlappt man schick und leger durch die Welt. Es gibt sie in Busbahnhöfen und Boutiquen zu kaufen, und die Auswahl ist unglaublich – Outdoor-Optik, Streifen und Karos, Herzchen und Einhörner wurden als Muster schon gesichtet. Weit abgeschlagen nach den Flip-Flops folgen als Schuhmoden hier die Römersandalen (am besten vergoldet), Turnschuhe, Gummistiefel und fellgefütterte Stiefel (auch im Sommer, zum kurzen Rock). Touristen laufen natürlich überall mit Trekkingschuhen oder Trekkingsandalen herum, schämen sich aber allmählich dafür und überlegen, die nächste Bergbesteigung doch in Flip-Flops anzugehen.

b) Schminken
Ich schminke mich ja nie viel und habe es im Urlaub zugunsten von Sonnencreme völlig aufgegeben. Aber hier ein kleiner Schminktipp für die Backpackerin, die für wenig Geld viel Farbe auf ihren Körper bekommen will: das Plastiktüten-Tattoo!

Man nehme: einen Arm voll Sonnencreme und eine billige, großflächig bedruckte Plastiktüte, z. B. von der Wäscherei um die Ecke. Man halte diese Plastiktüte bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ca. 5 Minuten lang fest im Arm und ziehe sie dann ruckartig wieder ab. Das Ergebnis: ein wunderschönes Tattoo, das im ganzen Hostel bewundert wurde. Wenn das Muster nicht gefällt: Mit viel Seife wieder abwaschen und eine andere Plastiktüte ausprobieren.

c) Schlank bleiben
Schlank bleiben? In Südamerika? Das habt ihr doch nicht wirklich geglaubt. Unsere Blog-Leser beschweren sich ja schon seit Wochen über die Mengen an Essen, die wir fotografieren und beschreiben – und dabei halten wir die Hälfte vor euch geheim. Die Argentinier (und Mexikaner, Peruaner und Brasilianer) essen Tag und Nacht, jeder zweite Laden verkauft Tacos, Empanadas, Pizza, Grillhähnchen, Steak oder Sandwiches, dazwischen kommen die Keksgeschäfte und Bonbonläden. Die Argentinier haben erkannt, dass Kekse und Schokolade allein längst nicht süß genug sind, um all dem Grillfleisch etwas entgegenzusetzen, und füllen daher jede Süßigkeit noch mit ihrem milchigen Karamell (Dulce de leche). Als kleine Gegenbewegung gibt es auch Diät-Dulce-de-Leche-Produkte zu kaufen … Wer hier aber wirklich Diät machen will, sollte am besten Vegetarier UND Diabetiker sein. Da wir beides nicht sind, müssen wir lange Wanderungen machen, um all das Essen wieder abzutrainieren.

d) Shopping
Möglich, wenn man in den Großstädten genug Zeit und Geld hat, und genug Platz im Gepäck. Wir haben keins davon. Da wir ständig Kirchen, Plätze, Museen und Restaurants besichtigen, unser Geld begrenzt ist und das Gepäck noch mehr, beschränkt sich unsere Shopping-Ausbeute bisher auf ein Gummiarmband aus Yogyakarta, ein Strandtuch aus Rio de Janeiro und eine spanischsprachige Zeitschrift aus Buenos Aires, durch die ich mich den Rest des Urlaubs arbeiten werde. Attila hat in Cuzco schwer mit den Lama-T-Shirts geliebäugelt, konnte sich aber für keins entscheiden. Märkte und Malls gäbe es auf diesem Kontinent jedenfalls genug, mit Unmengen an Alpaca-Wollprodukten, modischen Schuhen (siehe oben), buntem Plastikspielzeug, einer schönen Auswahl an Büchern, überteuertem Schmuck und Uhren, eingelegten Pampashasen und anderen Spezialitäten. Aber im Gegensatz zu Thailand oder China versucht hier niemand, dem Touristen etwas aufzudrängen, und fliegende Händler sind relativ selten.

So, Attila hat fertig gepackt! Heute fahren wir mit dem Bus zurück nach El Calafate und fliegen dann nach Ushuaia. Der nächste Bericht – wenn die Internetverbindung dort funktioniert – folgt also aus der südlichsten Stadt der Welt. Bis dahin viele Grüße!