An der albanischen Riviera

Nachdem wir gestern viel Spaß beim Raften hatten, ging es heute wieder auf die Buckelpiste. Von Berat fuhren wir erst einmal nach Fier. Unterwegs erkundeten wir ein weiteres Rätsel des albanischen Straßenverkehrs – Tankstellen. Es kommt einem so vor, als würde es davon Tausende geben. Also machten wir uns ans Werk und zählten auf den ersten 40 km alle auftauchenden Tankstellen und … Ergebnis … 36 Tankstellen, das ist eine Tankstellendichte, die seinesgleichen sucht. Fast jeden Kilometer eine Tankstelle, fast alle mit unterschiedlichen Namen. Entweder saufen die alten Benz alle, oder …? Na ja, über andere Möglichkeiten wollen wir gar nicht erst spekulieren. (Anmerkung von Claudia: Einen großen Vorteil haben diese Tankstellen für den entschlossenen Autofahrer und seine durch nichts zu erschütternden Passagiere. An Stellen, wo sich Kleinwagen vor einem mühsam durch einen Weg durch die Schlaglöcher suchen, kann man durch die gut gepflasterten Tankstellen durchstechen und deutlich vor dem verdutzten Kleinwagenfahrer wieder auf der Buckelpiste auftauchen.)

Von Fier ging es über Vlora (bedeutender Hafen- und Badeort mit breitem Palmenboulevard) zum Llogara-Pass. Oh Wunder: Hier ist fast die gesamte Strecke wunderbar asphaltiert. Der Pass ist eine wunderschöne Waldlandschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Albanische Riviera. Von der Passhöhe geht es spektakulär hinab zu den Badeorten Dhermi und Himara. Die Strände hier sind wunderschön und in keinster Weise überlaufen. Himara hat neben seinem schönen Strandbereich auch noch eine verträumte Altstadt auf einem Hügel. Ein Großteil der Häuser sind Ruinen, aber erste Versuche einer Restaurierung wurden unternommen. Die ganze Idee ist aber irgendwie auf halber Strecke stecken geblieben. Einerseits gibt es überall nette Straßenlaternen und Bänke, die mehr oder weniger unmotiviert in der Gegend stehen. Und wenn man den höchsten Punkt erklimmt, gibt es auf einmal auch Geländer, die den unerfahren Touristen – na ja, wer es bisher geschafft hat, ist eigentlich mit sehr vielen Wassern gewaschen – vor dem Absturz bewahren. Auf der anderen Seite gibt es an der Hauptstraße kein erkennbares Hinweisschild, dass man von hier in die Altstadt gehen kann. Und die Treppen und Wege sind zum Teil schon wieder zugewuchert und an manchen Stellen auch am Abbröckeln. Für uns war es aber eine wunderschöne Erfahrung, durch die Ruinen zu streifen und immer wieder Neues zu entdecken. Schöne Blumen, schlafende Katzen und auch eine verfallene Kirche, in der man noch eine Fresko erkennen konnte.

Meow Gallery: The gallery is empty.

Nach diesem tollen Erlebnis machten wir uns auf die Schlussetappe nach Lukova. Im Ort mussten wir nur noch das Hotel finden. Nichts leichter als das. Im Ort gab es sogar ein Schild, wo wir hinmüssen, ganz oben auf den Berg mit gigantischem Blick über das blaue Meer und rüber nach Korfu. Aber hmm … dieses unklar betonierte Sträßchen soll zu dem 4-Sterne-Haus führen? OK, ich bin ehrlich, ich traute mich mit meinem vollgepackten Auto beim ersten Versuch nicht, die Steilpiste in Angriff zu nehmen. Bei dem Gewicht auf der Hinterachse ist es bei unklarem Straßenverlauf schwierig abzuschätzen, ob ich irgendwo unterwegs hängen bleibe oder nicht. Also erst mal Inspektion zu Fuß (Anmerkung Claudia: durch Claudia), dann Ballast abwerfen, sprich Passagiere zu Fuß hochschicken und dann das Auto hochfahren … geschafft 😉

Das Hotel ist noch am Anfang der Saison und wir sind hier sozusagen die Testgäste. Spannend: Wir haben das ganze Haus, sprich 36 Zimmer für uns allein. Die Kellner sind sehr bemüht, aber es ergeben sich immer wieder spannende Anfangsschwierigkeiten. Auf die freundliche Frage nach einer Speisekarte bricht hektische Betriebsamkeit am Computer aus….hmm anscheinend muss die erst noch neu geschrieben werden, das Ergebnis war ein frisch ausgedrucktes A4-Blatt mit verschiedenen Gerichten, alles natürlich auf Albanisch, das uns dann mündlich ins Italienische übersetzt wurde. Aber kein Problem, es richt langsam appetitlich aus der Küche und wir werden auf jeden Fall was Spannendes zum Essen bekommen.

So ich hoffe das ich das heute noch gepostet bekomme, da das Wlan auch noch nicht eingeschaltet ist 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.