Flughäfen

Nachdem wir uns den Spaß gemacht haben, auf unserer Weltreise 17 verschiedene Flughäfen zu besichtigen, hier eine kleine Manöverkritik.

Als Erstes möchte ich einen Blick auf die großen Flughäfen werfen. Hierbei sind die asiatischen Flughäfen in fast allen Bereichen den amerikanischen oder europäischen weit voraus. Schon zum 5. Mal hatte ich das Vergnügen, über Singapore zu fliegen. Und jedes Mal ist es eine Freude, auf diesem Flughafen zu sein. Er ist schon einzigartig – einer der wenigen Flughäfen, auf denen man eigentlich auch einen Teil seines Urlaubs verbringen kann. Es gibt jede Menge Shops, Cafés und Restaurants, deren Preise völlig im Rahmen sind. Darüber hinaus bekommt man überall kostenloses Wifi, und für alle ohne Rechner gibt es auch viele kostenlose Computer-Terminals. Ist man ein bisschen länger da, gibt es ein Transfer-Hotel, in dem man 6h schlafen kann. Oder man nutzt den Pool auf dem Dach. Kostet zwar eine Kleinigkeit – aber wer kann schon sagen, dass er auf der Dachterrasse eines Flughafens gebadet hat? Ansonsten gibt es in jedem Terminal kleine Gärten, in unserem war es ein Schmetterlingsgarten mit einem Koi-Teich davor. Vor lauter Möglichkeiten vergisst man fast, dass man ja noch irgendwohin fliegen will.

Auf dem zweiten Platz sehe ich die Flughäfen Johannesburg und  Zürich, die ein ausreichendes Angebot von Shops und Cafés haben und auch architektonisch ansprechend gestaltet sind, so dass man sich relativ flott von A nach B bewegen kann. In Zürich muss ich noch ein Wort zu der Skyline zwischen den Terminals verlieren. Ja wirklich: Die Schweizer haben Humor. Während man so vor sich hindöst, schallen auf einmal Alphörner und Jodelgesang durch die Kabine, und im Tunnel läuft ein kurzer Heile-Welt-Film – komplett mit Heidi, Alm und Schweizer Bergen. Und schau an: Auf einmal hat jeder ein Lächeln auf den Lippen. Nach 5 Tagen Reggae war 3min Alphorn doch ein witziger Kontrast. Danke für dieses Highlight!

Ansonsten findet man in den Standard-Flughäfen wie Lima oder Mexico City immer einen netten Foodcourt, in dem man sitzen kann, meist sogar freies Wifi hat und ansonsten ganz gut ein paar Stunden Layover verbringen kann.

Am unteren Ende der Skala findet sich das United Terminal auf dem Flughafen von Los Angeles (LAX),  hier gibt es eigentlich außer ein paar Fast-Food-Joints und teurem Wifi (nur mit Kreditkarte) nichts, weswegen man länger verweilen will. Auch die Architektur ist sehr dunkel und wenig einladend. Als zweiter Flughafen auf unserer Reise, den man am unteren Ende der Skala ansiedeln muss, ist Rio de Janeiro zu nennen. Die Architektur erinnert an einen Bunker komplett aus Beton und ohne Glasflächen, die Abfertigungshallen sind klein, verwinkelt und das Wort “lichtdurchflutet” hat sich unter eine UV-Lampe verkrochen.  Darüber hinaus ist die Ausschilderung irgendwo zwischen katastrophal und unauffindbar. Das Kunststück, hier einen Geldautomaten zu finden, führt einen in die letzten Winkel des Flughafens, aber nur wenn man an der Info nachfragt, denn Schilder gibt es keine, die einen in die richtige Richtung weisen.
Wie schon bei meinem Rio-Artikel im Dezember angedeutet, bin ich echt gespannt, wie dieser Flughafen die Kapazitäten für die WM 2014 und vor allem für die Olympischen Spiele 2016 bieten will.  Im Vergleich möchte ich die Olympischen Spiele in London dieses Jahr anführen. Wie viel Aufwand da als nötig eingeschätzt wird, lässt sich aus einem Artikel des Onlineportals finanzen.net ablesen. Hier Auszüge aus dem Text:

… Am Tag nach der Abschlusszeremonie, dem 13. August, wird die größte Zahl an Passagieren in Heathrow erwartet, die dort je gezählt wurde, erklärte das Management am Donnerstag in London. Rund 138 000 Menschen sollen dann durch Europas größten Flughafen reisen, 45 Prozent mehr als an einem regulären Tag ….

Das provisorische Terminal werde vom 13. bis zum 15. August in Betrieb gehen und mehr als 10 000 Menschen und fast 40 000 Koffer und Taschen von den anderen Abflughallen verlagern. Der Betreiber BAA erklärte, für die Spiele gebe man 20 Millionen Pfund (24 Millionen Euro) aus.

Auf das Transportproblem zwischen dem Flughafen und der Stadt Rio will ich da gar nicht eingehen. Also, wir dürfen gespannt sein.

Bei den kleinen Flughäfen möchte ich die beiden sehr neuen Flughäfen in El Calafate und Ushuaia herausheben. Beide sind sehr kompakt und architektonisch gut in die Landschaft eingefügt. Klar gibt es nur einen Kiosk und eine Cafeteria, aber immerhin mit kostenlosem Wifi. Die Abfertigung ist schnell und unkompliziert, und auch der Transport in die jeweilige Stadt ist kurz und gut organisiert.

Darüber hinaus hier noch ein letztes Wort zu den Flughäfen in Tanzania. Klar ist der Flughafen in DAR für eine Haupstadt ein Witz und der Flughafen auf Zanzibar ist eigentlich nur eine Bushaltestelle. Obwohl alles alt und ein bisschen schmuddelig ist, hat das ganze immerhin Charme und die Leute sind entspannt und freundlich, so dass es einem nichts ausmacht, vor dem Gebäude im Schatten zu sitzen, hmm vielleicht lag das auch nur an der Reggae-Dauerbeschallung auf Zanzibar …

Oh mei – das war wieder viel Text, aber zu Flughäfen kann man ja so viel schreiben. Ich weiß, für die meisten sind sie völlig unübersichtliche Kollossalbauten, aber manche von ihnen können bei näherer Betrachtung einen eigenen Charme entwickeln ; -)

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