Radfahren – eine Erlebnisreise

Radfahren haben sie gesagt wäre etwas ganz tolles auf Don Det – der Lonely Panet schwärmt davon, wie man gemütlich zwischen Reisfeldern dahingleitet, malerische Dörfer, Wälder und Wasserfälle entdeckt – alles ganz entspannt und ganz easy ….
…was sie einem nicht sagen, ist, dass wir bei 35 Grad ein lausiges Kinderfahrrad, das die Antithese eines Mountainbikes ist, über Stock und Stein und hart am Abgrund durch die abgebrannten Reisfelder kutschieren und mit den Widrigkeiten von Falschangaben kämpfen mussten – aber im Nachhinhein betrachtet war es trotz all dem Schweiß, dem Staub und der Anstrengung ein wunderbarer Tag mit vielen tollen Erlebnissen.

Los ging es mit dem Ausleihen der Fahrräder – für 1 Euro den Tag darf man über das Angebot nicht meckern, aber klapprig darf ich es wohl noch nennen – egal, los geht es über die noch relativ guten Schlaglochpisten bis zur Brücke nach Don Khon. Hier haben die Franzosen vor über 100 Jahren eine Eisenbahnlinie durch die beiden Inseln gezimmert, um die Mekong-Wasserfälle zu umgehen und ihre Kanonenboote auf dem Landweg den Mekong hinaufzutransportieren – ich möchte hier nicht ins Detail gehen, aber das Ganze war ein recht verrücktes Unterfangen – für alle die mehr wissen wollen ist hier der Link zu Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Don_Det%E2%80%93Don_Khon

Nach der Brücke fährt man durch ein größeres Dorf mit vielen Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants – um uns zu stärken kehrten wir bei einem gemütlichen Laden ein – der Besitzer war doch so überrascht, dass es Gäste gibt, dass er erst einmal seine Tochter anrufen musste – schade nur, wenn diese das Handy auf dem Tisch liegen gelassen hat – alles kein Problem, erst hilft der Junge vom Nachbarstand aus, während er die Tochter mit dem Moped abholt – wir haben ja Zeit – also alles so gar kein Problem – auf jeden Fall war der Kaffee prima und wir konnten uns auf den Weg zum ersten Wasserfall machen.

Ein wunderschöner kleiner Wasserfall wartete auf uns und hier durften wir die ersten sehr interessanten Hängebrücken besichtigen – ein Abenteuer, dass eher für Schwindelfreie gedacht ist – aber ein lohnender Abstecher mit schönen Ausblicken und ein angenehmer Platz, um die Füße im kühlen Mekong zu erfrischen.

Soweit, so gut: nun empfahl der Lonely Planet den Weg nach Süden einzuschlagen, bis zu dem kleinen Fischerort von dem aus seltene Delphine besichtigt werden können – unsere Fahrt wurde nach und nach immer schwieriger und die Brücken immer abenteuerlicher bis wir auf einmal vor dem Nichts standen – die alte Eisenbahbrücke kurz vor dem Ort war einfach zusammengefallen – da es keine Alternativen gab mussten wir unverrichter Dinge wieder umdrehen und die 3 km bis zur Nordspitze über Stock und Stein zurückradeln – ja, ich hör schon wieder, wegen 3 Km ist doch kein Problem – aber bedenke Hitze, Staub und Kinderfahrrad, und so wird jeder Meter zum Workout, vor allem wenn der Lenker so glitschig ist, dass man bei jedem Schlagloch beinahe die Kontrolle verliert.

Nach einer Stärkung nahe der großen Brücke ging es weiter zum zweiten und deutlich größeren Wasserfall – und dieser ist wirklich ein Wahnsinns-Erlebnis – zwar ist er nicht sehr hoch, aber die schiere Fläche, auf der Wasser zu Tale fällt ist einfach beeindruckend – die Bilder können nur ansatzweise vermitteln, was f ein tolles Erlebnis wir hatten.

Natürlich mussten wir noch nach Hause radeln, aber das schafften wir auch fast – bis der Lenker eines Fahrrads endgültig den Geist aufgab und der letze Kilometer nur noch in Schrägstellung gefahren werden konnte – aber irgendwie passte das ganz gut zum Gesamterlebnis.

Auf jeden Fall hatten wir einen tollen Tag, obwohl es ein bisschen einfacher hätte sein können – wer nach Don Det kommt sollte auf jeden Fall einen Ausflug mit dem Rad machen – das macht Spaß haben Sie gesagt 😉

Ein Gedanke zu „Radfahren – eine Erlebnisreise

  1. Waltraud ElitezJa

    Ja, ein bisschen Abenteuer muss schon sein, sonst könntet ihr ja auch faul irgendwo an einem Strand in der Sonne liegen und hättet auch nichts zu erzählen. Hauptsache ihr wisst was ihr euch zumuten könnt und überschreitet diese Grenze nicht!!!
    Grüße aus Neuenstadt

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