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Tbilisi bedeutet heiße Quellen

2016-10-08-14-57-51Ein Urlaub in Tbilisi ist nicht komplett ohne in einem der heißen Sulphurbäder getaucht zu sein.

Unser Versuch die Museen der Stadt heute zu besuchen scheiterte leider kläglich, weil alle offiziellen Einrichtungen wegen der Wahlen geschlossen hatten. So mussten wir eine andere Möglihchkeit suchen, um unsere Zeit sinnvoll zu verbringen.

Also schlenderten wir am Nachmittag in Richtung Schwefelquellen – dort hat man die Auswahl aus mehreren Badehäusern, die aus dem einen oder anderen Grund berühmt sind. Dank Empfehlung steuerten wir in ein Hinterhof, in dem ein eher mondänes Bad auf einen wartet.

2016-10-08-16-01-11Hier kann man private Räume mieten, die je nach Größe aus einem Pool, Sauna, Aufenthaltsraum usw. bestehen. Man zahlt immer den ganzen Raum egal ob man alleine oder zu zehnt ist gilt der gleiche Preis.

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Davit Gareja – Höhlenklöster auf dem Mond

2016-10-07-11-37-30Nach unserem Kurzbesuch in Sighnaghi, wo wir noch einen sehr unterhaltsamen Abend verbrachten – und  nach 2 Liter Wein und 3 Litern Bier, neben 2 neuen polnischen Freunden  nebenbei auch noch ein 27 jähriges gestandenes georgisches Mannsbild als Sohn adoptiert bekommen haben, ging es morgends etwas schwieriger als gewohnt um 9 Uhr los.

Ich merke schon, die geneigte Leserschaft fragt sich was an dem Abend denn so lustiges passiert ist – aber darauf werde ich in einem gesonderten Blog eingehen – nur soviel vorab, wer in Sighnaghi im Zandarashvili Guesthouse übernachtet gehört von der ersten Minute zur Familie und so wird man auch behandelt.

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Sighnaghi – ein kleines Stück Toskana!

Sighnaghi - Toskana im KaukasusSighnaghi liegt nur eine gute Autostunde von Telawi entfernt – aber was für ein Unterschied: Hier ist man auf einmal mitten im Tourismustroubel von unzähligen kleinen Hotels, Guesthouses und Restaurants. Kein Wunder, wird dieser Ort doch als einer der schönsten Orte Georgiens beworben, der sogar ein wenig italienisches Flair haben soll. Und viele Touristen folgen diesem Ruf, vor allem jede Menge Russen sieht man hier auf der Straße aber auch deutsche und andere meist osteuropäische Grüppchen trifft man hier.

Also was ist nun dran an dem Ruf? Erst einmal ist die Stadt wirklich sehr hübsch, die Lage auf einem Bergrücken mit einer kuriosen Stadtmauer und den vielen Zypressen gibt der Stadt wirklich ein mediteranes Flair. Dabei wirkt alles sehr entspannt und sogar etwas schläfrig. Aber viel zu sehn gibt es hier wirklich nicht, dazu ist die Stadt doch viel zu klein, wenn man sich sehr viel Zeit lässt hat man jede Straße innerhalb eine Stunde abgelaufen und jeden noch so pittoresken Balkon ausgiebig bewundert.

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Entdeckungen rund um Telawi

img_5710Wie ja gestern schon berichtet liegen die Sehenswürdigkeiten Telawis eher außerhalb und deshalb ist es am besten man mietet sich ein Fahrer für den Tag. Den richtigen Fahrer für den Tag zu finden ist meist nicht schwer – in den meisten fällen kann das Guesthouse einem einen verlässlichen Fahrer vermitteln.

In unserem Fall war die Abrechnung recht einfach – je Besichtigungsstopp werden 10 Lari – sprich 3,8 Euro fällig. Also suchten wir uns 3 Sehenswürdigkeiten aus und noch 2 Weinkellereien, die wir besichtigen wollten – alles in allem also knappe 20 Euro für 6h Besichtigungsprogramm.

Pünktlich um 10 stand unser Fahrer vor der Tür – adrett gekleidet und mit blankgeputzten schwarzen Schuhen, auch der 15 Jahre alte Opel Vectra war innen und außen sauber geputzt und machte für das Alter einen recht fitten Eindruck. Wie die meisten Transporter und Gebrauchtwagen stammt auch dieses Auto aus Deutschland, was man an Aufklebern und Schriftzügen sehr gut erkennen kann. Es ist schon lustig, wenn man einen Lieferwagen überholt auf dessen Seite in großen Lettern „Kanalreinigung“ oder „Fensterbau“ prangt.

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Telawi – Weinbautradition und Gastfreundschaft

2016-10-04-13-46-45Heute stand die nächste Etappe auf unserer Reise durch Georgien an – Telawi – Hauptort der Weinregion Kachetien. Also ging es morgens mit der U-Bahn erst einmal zu einem für Ausländer geheimen Ort: dem Stellplatz von Shared Taxis nach Telawi – warum geheim? Nun die Reiseführer erwähnen den Service in Telawi aber nirgendwo wird erwähnt wo in Tbilis der Abfahrtsort ist – zum Glück wusste der Host genau was wir brauchen und schickte uns zu der passenden U-Bahnstation.

Obwohl wir keinen Brocken georgisch, russisch oder sonst was brauchbares sprechen waren wir innerhalb von Minuten in einem bequemen Mercedes mit einem freundlichen älteren Herrn flott unterwegs in Richtung Berge – ok wir haben uns den Luxus gegönnt und haben das ganze Taxi für ein paar Euro für uns allein gebucht. Dadurch fuhren wir gleich los und hatten sehr viel Platz.

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Tbilisi – pulsierende Metropole mit bröckelndem Charme

2016-10-03-17-48-55Die Hauptstadt Georgiens ist eine lebendige Stadt – wenn sie denn mal wach ist – denn mit dem frühen Aufstehen haben sie es hier nicht so, selbst der Bäcker um die Ecke beginnt erst um 9 uhr morgens mit dem Befüllen der Regale – ganz im Gegensatz dazu sind manche Sehenswürdigkeiten bis nach 20 Uhr geöffnet und die Seilbahn hinauf zu einem wunderschönen Aussichtspunkt fährt bis 11 Uhr abends.

Tbilisi zu entdecken heißt erst einmal laufen – viel laufen, aber dafür wird man mit einem faszinierenden Kaleidoskop aus Häusern in allen Stadien des Verfalls und Wiederaufbaus belohnt. An jeder Straßenecke in der Altstadt staunt man wieder über einen windschiefen Balkon eine halb eingestürzte Mauer oder dazwischen erste Versuche, die Bausubstanz wieder zusammenzuklauben.


Bisher sind nur wenige Straßenzüge renoviert und weitere zu erhalten ist ein Wettlauf mit der Zeit und den Geldgebern – denn das nächste Erdbeben ist hier nie sehr weit entfernt und dann könnten die alten Häuser vollends auseinanderbrechen. Ein schönes Beispiel ist auf der anderen Seite des Flusses zu bewundern – Ende 2016 wird ein kompletter Straßenzug unweit des Saarbrücken Square eingeweiht und wird bestimmt bald viele Einheimische und Touristen anziehen – falls es die Reiseführer schaffen, endlich von ihrem Standardprogram abzuweichen und über den Tellerrand der Altstadt zu schauen und andere Sehenswürdigkeiten zu empfehlen. Weiterlesen

Busfahren in Georgien – Leben auf der Überholspur

2016-10-02-17-50-38Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Transit – für uns hieß es Abschied nehmen und sich auf den Weg in die Hauptstadt zu machen. Der öffentliche Transport in Georgien beruht zum großen Teil auf 3 Stützen: Taxi, Minibus und Bus.

So einfach sich das in der Theorie anhört – so schwierig kann das ganze in der Praxis werden. Denn erst einmal muß man vom Stadtzentrum hinaus zum Busbahnhof – zum Glück gibt es in Kutaisi nur einen – das sieht in Tiflis ganz anders aus – aber dazu später mehr. Also lautet die erste Aufgabe den richtigen Bus zu finden, der einen vor die Tore der Stadt bringt –  unser Schicksal meinte es gut mit uns und der einschlägige Bus fuhr direkt an unserem Hotel vorbei.

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Kutaisis Klöster – Weltkulturerbe entspannt und familiär

2016-10-01-11-33-28Unser erster Tag in Georgien begann erst einmal mit einem ausgiebigen Frühstück – dreierlei Fleisch, Käse, Teigtaschen und und und – da braucht man wirklich den ganzen Tag nichts mehr zum Essen – aber alles sehr gut im Geschmack, bodenständige georgische Küche – prima.

So gestärkt machten wir uns auf den Weg zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kutaisis anzuschauen – die Klöster Gelati und Motsameta liegen wenige Kilometer vor der Stadt und sind, dank eines Fahrers vom Hotel in einer halben Stunde zu erreichen.

Obwohl wir wieder keine gemeinsame Sprache hatten, klappte die Verständigung mit dem Fahrer wunderbar und er brachte uns als erstes nach Motsameti, ein kleines Kloster, das dramatisch auf einer Felsklippe balanciert und wir so früh (11 Uhr) am Morgen fast für uns allein hatten. Dadurch herrschte hier eine wunderbare friedliche Atmosphäre, die noch durch den tiefen Gesang eines Mönches unterstützt wurde. Die Stimmung an diesem Ort war wunderschön und so saßen wir fast eine Stunde hier auf einer Bank und genossen die Ruhe, die Stimmung und die wunderbare Aussicht. Weiterlesen

Georgien – unbekannte Schönheit im Kaukasus

2016-09-30-17-11-23Kurz vor unserem Flug tauchte immer wieder die Frage auf, warum fliegt man zum Urlaub nach Georgien? Den meisten Leuten ist das Land mehr oder minder völlig unbekannt, außer dass die deutsche Nationalmannschaft hier ab und an zu einem Fußbaspiel in Tiflis einschwebt ist von diesem Land in Transkaukasien wenig so gut wie nichts bekannt. Dabei ist dieses Land am Rande Europas eines der ältesten christlichen Länder überhaupt. In seiner Geschichte haben Griechen, Osmanen, Russen und Perser immer eine bedeutende Rolle gespielt – aber vor allem die georgischen Könige und vor allem Königin Tamar haben hier eine Nation geschaffen, die reich an kulturellen Schätzen aber auch freundlichen Menschen und einer berühmten Küche sind.

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Königspinguin City – Eine Großstadt am Ende der Welt

Südgeorgien, eines der entlegensten Fleckchen der Erde. Gerade mal 7000 Touristen verirren sich pro Jahr hierher, und die gesamte menschliche Bevölkerung schwankt zwischen 3 und 10 Forschern in Grytviken und auf Bird Island.

Aber diese Abgelegenheit macht die Insel zu einem wahren Vogelparadies. Unsere letzte Anlandung führte uns zu einer der größten Kolonien von Königspinguinen, die es auf der Welt gibt:

Kolonie Königspinguine

Und, habt Ihr nachgezählt? Ja genau, mit den 2 da hinten, die gerade aus dem Wasser kommen, sind es genau 503.498 Pinguine – oh, da kommt noch einer und noch einer …also sagen wir ca. ne halbe Millon Vögel – jung und alt – nicht schlecht, oder? Also wir waren tief beeindruckt von dieser Großstadt. Wir konnten das Treiben von einem Hügel aus ungestört beobachten und waren von der Dimension und dem damit verbunden Lärm und Abgasen mehr als überwältigt.

2 Tage zuvor hatten wir schon eine kleinere Kolonie – nur ca 50.000 Pinguine – besucht und dort die Tiere aus nächster Nähe betrachten können.

Gruppe Königspinguine

Also erst einmal die Theorie: Königspinguine können bis zu einem knappen Meter groß werden und wiegen ca 16 Kilo. Weibchen und Männchen sehen mehr oder minder gleich aus, jedenfalls für uns – ich hoffe mal, der oder die Pinguin weiß, was er so tut 😉 Den Farbunterschied, den man hier auf den Bildern erkennen kann, weist nur auf das relative Alter des Vogels hin – je älter, desto dunkler die gelben/orangenen Halspartien!junger Pinguin
Nun kommen wir doch mal zu den Jungtieren. Das hier links ist nicht ein russischer Pinguin, nein, aus diesem Pelztierchen wird in einigen Monaten ein wunderschöner Königspinguin – kaum zu glauben, oder?

Königspinguine legen ein Ei, das auf den Füßen ausgebrütet wird. Also nix Nestbau, sondern schön auf die Füße legen und mit der Bauchfalte warm halten!

Der gesamte Zyklus bis zum fertigen, eigenständigen Pinguin dauert 14 Monate – bedeutet einerseits, dass die Paare immer wieder ein Jahr aussetzen, aber auch, dass in einer Brutkolonie die verschiedenen Paare auf unterschiedlichen Zyklen sind, sprich manche Paare haben solche Jungtiere, die gefüttert werden müssen, andere sind gerade in der Balz oder sitzen schon auf ihren Eiern. So herrscht ein reges Durcheinander und Miteinander in der Kolonie.


Natürlich sieht man auch, wie die Pinguine gefüttert werden. Eine völlig neue Erkenntnis für uns war, dass die jungen Pinguine wie Singvögel zwitschern, um ihren Eltern das Futter zu entlocken. Ein spezieller Freund hat eine eher ungewöhnliche Fütterungsmethode entwickelt – aber wenn es klappt ist doch prima!

Fütterung

Abschließend noch ein paar Worte zum Thema Mensch und Pinguin. Der Pinguin ist zuerst einmal neugierig. Zwar wurde uns gesagt, dass wir zu den Tieren 5 Meter Abstand halten sollen – das hat aber niemand den Pinguinen gesagt.
Als wir uns zu einem Fotostopp hinsetzten, um die mehr als 5m entfernten Pinguine zu fotografieren, setzte sich ein Pinguin in Bewegung und watschelte fröhlich auf uns zu bis er bildfüllend einen halben Meter vor uns neugierig den Kopf Richtung Kamera reckte.

IMG_8749IMG_1831

Natürlich gibt es auch bei den Pinguinen Stars, die im Vordergrund stehen müssen – ok, die Chinesin, die den Modellpinguin ablichtet, ist auch recht farbenfroh und einen Tick zu nah dran – aber dieser junge Geselle wollte unbedingt fotografiert werden und drehte und reckte sich wie ein Fashion Model:
Pinguin trifft China!

Aber nicht nur bei den Jungen gab es Stars, auch die älteren Semester wollten unbedingt Bilder von sich haben – ich warte immer noch darauf, Post aus Südgeorgien zu bekommen mit der Aufforderung, Bilder zu schicken!



Für alle, die immer noch nicht genug Bilder von Königspinguinen gesehen haben, hier noch eine kleine Auswahl weiterer Bilder – viel Spaß!


und zum Abschluss – zwei Videos:

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