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Über 1000 Kurven nach Korça

Heute stand also die Königsetappe unseres Urlaubs an. Von Gjirokasta nach Korça. Sagenumwobene 191 km. Eine Kurve an der anderen, ein Schlagloch am nächsten. Durchschnittsgeschwindigkeit 30km/h. Aber die Landschaften, die man unterwegs sieht: einmalig. Nun der Reihe nach … eines der ersten Highlights kommt schon 50 km nach Gjirokastra in der Nähe von Permet. Eine osmanische Bogenbrücke und … direkt daneben eine Thermalquelle, wo die Einheimischen zum Baden hinkommen. Mit leichtem Unbehagen nähert man sich der Abzweigung von der Hauptschüttelpiste…. doch was ist das? Die Schweizer haben da eine nagelneue Straße hingezimmert. Keiner weiß warum, aber 7 km feinster Asphalt. Nach diesem tollen Einstieg war es nur natürlich, dass man die letzten 500 m., um in die Nähe der Brücke zu gelangen, mehr oder minder durchs Flussbett fahren muss, so fühlte sich der Weg zumindest an. Naja, nach den Erfahrungen der letzten Wochen ist diese moderne Form des Straßenraftings ja kein Problem mehr für Fahrer und Beifahrer. Die Brücke (siehe Bild) ist wunderschön, und wenn man sie überquert, gelangt man an gleich an einen kleinen Pool der Thermalquelle. Hier ließen wir es uns gutgehen, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Ich hab ja nichts gegen Passstraßen, auch nichts gegen enge Passstraßen, aber was einen auf dem weiteren Weg nach Korça erwartete, war mal wieder vom Feinsten. Der Straßenbelag wechselt ständig zwischen Asphalt alt, neu, brüchig oder nihilistisch. Dafür wird man ständig mit neuen Ausblicken belohnt, die einmalig sind. Zum Glück hält sich die Anzahl an Autos in Grenzen. so dass man die ganze Straße zum Schlagloch-Umkurven nutzen kann.

Nach dieser eindrucksvollen Fahrt kamen wir am späten Nachmittag in Korça an. Über die Stadt und die Kirchen der Umgebung werde ich morgen mal ausführlich schreiben. Heute will ich zum Abschluss doch noch mal was zum Thema Essen berichten.

Von unserer Pension wurde uns eine Ausflugsgasthof in einem Dorf in der Nähe empfohlen. In Albanien gibt es laut den Albanern in solchen Dörfern das beste Essen, und deshalb pilgern sie an den Wochenenden in die Berge, um sich mit guten Lammfleisch und sonstigen Köstlichkeiten bekochen zu lassen. Prima, wir also los und dort auch freundlich empfangen worden. Nach längeren Verhandlungen mit dem Kellner auf Italienisch und Englisch (Claudia war mal wieder in ihrem Element) hatten wir mehrere Sachen bestellt. Was wir nicht ahnten war, welche Essensmassen sich hinter der harmlosen Bezeichnung „1 Portion“ verstecken würden.

Salat mit gebratenem Gemüse (halbe Tischplatte mit Salat und gebratenen Auberginen und Zucchini, Kartoffeln, Rote Bete, Blumenkohl etc.)
Xaxiki/Tzatziki (4 gehäufte Esslöffel)
Lammrippchen (großer gehäufter Teller)
Pommes (großer gehäufter Teller)
Börek (Portion hieß hier 2 große Teller gehäuft, nach lokaler Art gefüllt mit Zwiebeln und Tomaten)
Bohnen (Suppenteller)
Brot

… dazu noch Bier, Wasser, Kaffee …. und zum Abrunden der allgegenwärtige Raki, der hier in diesem Land alles bedeuten kann, außer Anisschnaps. Diese Mal leckeren Maulbeerschnaps, Das Ganze für … 7 Euro pro Person!

So, jetzt aber gute Nacht, mir fallen fast schon die Augen zu!

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