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Sighnaghi – ein kleines Stück Toskana!

Sighnaghi - Toskana im KaukasusSighnaghi liegt nur eine gute Autostunde von Telawi entfernt – aber was für ein Unterschied: Hier ist man auf einmal mitten im Tourismustroubel von unzähligen kleinen Hotels, Guesthouses und Restaurants. Kein Wunder, wird dieser Ort doch als einer der schönsten Orte Georgiens beworben, der sogar ein wenig italienisches Flair haben soll. Und viele Touristen folgen diesem Ruf, vor allem jede Menge Russen sieht man hier auf der Straße aber auch deutsche und andere meist osteuropäische Grüppchen trifft man hier.

Also was ist nun dran an dem Ruf? Erst einmal ist die Stadt wirklich sehr hübsch, die Lage auf einem Bergrücken mit einer kuriosen Stadtmauer und den vielen Zypressen gibt der Stadt wirklich ein mediteranes Flair. Dabei wirkt alles sehr entspannt und sogar etwas schläfrig. Aber viel zu sehn gibt es hier wirklich nicht, dazu ist die Stadt doch viel zu klein, wenn man sich sehr viel Zeit lässt hat man jede Straße innerhalb eine Stunde abgelaufen und jeden noch so pittoresken Balkon ausgiebig bewundert.

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Eine Erfahrung mit allen Sinnen in den Ökomuseen

Heute habe ich eine Pressemitteilung vom Tourismusverband Friaul-Julisch Venetiens zum Thema Ökomuseen erhalten. Im Gegensatz zu klassischen Museen sind die Ökomuseen lebendige Orte, in denen die Bewohner ihre Traditionen und Bräuche bis heute bewahrt haben, im Einklang mit der Kulturlandschaft leben, und so eine ganze Gegend auf einzigartige Weise für die Besucher erlebbar machen.

Hier der vollständige Text mit den Links zu den jeweiligen Ökomuseen:

Die Region Friaul-Julisch Venetien anhand ihrer Traditionen, Zeugnisse und der Identität der lokalen Gemeinschaften entdecken: genau das bedeutet das Projekt Ökomuseen, innovative Formen der Museumsdidaktik, die Besuchern das Kostbarste nahe bringen, was jeden einzelnen Landstrich auszeichnet, einen immensen Schatz, den die Geschichte der Einwohner dieses Gebiets angesammelt hat.

In Friaul-Julisch Venetien gibt es vier Ökomuseen: das Ökomuseum Acque del Gemonese, das Ökomuseum Lis Aganis, das Ökomuseum Val Resia und das Ökomuseum I Mistîrs. Hier wird das gepflegt, was das Land zu bieten hat, die Landschaft und die vorhandenen materiellen und nicht materiellen Kulturgüter, es geht um den Schutz der physischen und biologischen Erscheinungen des Landes, um die Rückbesinnung auf Lebens- und Arbeitsweisen, lokale Produktion, traditionelles Wissen.

Umweltbewusstsein, wirtschaftliche und gesellschaftliche Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt des Ökomuseums Acque del Gemonese, in dem ein neues Modell für den Umgang mit dem Land vorgeschlagen wird, in dem die zahlreichen Naturschönheiten in den Vordergrund gerückt werden (Quellen, Seen, Bäche, Flüsse) und ebenso die vielen materiellen und nicht materiellen Zeugnisse der ortstypischen Kultur (Wassergewinnung, Feldraine, Mühlen, Brunnen, Waschhäuser, aber auch Lebens- und Arbeitsweisen, traditionelles Wissen, lokale Produktion), die in der Gegend um Gemona ein wahres System darstellen.

Wasser, Steine und Handwerk sind die Themenbereiche des Ökomuseums der Friaulischen Dolomiten – Lis Aganis. In diesem Ökomuseum, das im Gebirge um Pordenone liegt, dreht sich in der Tat alles um das bäurliche Leben in den Bergen, also in einem Landstrich, in dem die Identitätsbewahrung und der Schutz der lokalen Kulturgüter Voraussetzung für das Überleben der Gemeinden sind. Besonders großgeschrieben wird hier die Didaktik: zusammen mit den zuständigen Behörden und Lehrkräften werden Workshops, Entdeckungsreisen und Seminare veranstaltet.

Das Ökomuseum Val Resia im Naturpark der Julischen Voralpen ist in vier Abteilungen gegliedert, die ebenso viele, besonders bedeutende Orte abdecken. Eigentlich handelt es sich um verschiedene Pfade durch Natur und Kultur, auf denen mit dem Geist gewandert wird, um das Tal zu „entdecken“, um in die ausdruckstärksten Ortschaften zu gelangen und das Wesentliche zu verstehen, das uns selbst ausmacht, aber auch die Natur- und Gesellschaftsgeschichte des Resia-Tals und der Bevölkerung, die dort gelebt hat und heute noch dort ansässig ist.

Im Ökomuseum I Mistîrs in Palauro (Udine) in Carnia geht es vor allem um die Beziehung zwischen der Bevölkerung und ihrem Land: eine Museumsrealität, in der alte Handwerkstechniken und die Wiederentdeckung vergessener Berufe im Mittelpunkt stehen. Mit didaktischen Veranstaltungen in Schulen, ethnografischen Sammlungen und Workshops hat sich dieses Ökomuseum zum Ziel gesetzt, die Kultur des „Wissens“ mit der Kultur des „Könnens“ in Zusammenhang zu bringen, um die erzieherische Funktion der „Arbeit“ hervor zu heben.

Die Museumsbesuche sind kostenlos mit der FVG Card, einem Pass für die Entdeckungsreise durch Friaul-Julisch Venetien mit vielen Serviceleistungen, um die Region in vollen Zügen zu einem günstigen Preis zu genießen! Ein Angebot mit über 200 an der Initiative teilnehmenden Einrichtungen sind in einem Taschen-Reiseführer aufgelistet, der beim Kauf der FVG Card kostenlos vergeben wird.

Weitere Informationen unter http://www.turismofvg.it/Natura/Ecomusei

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Willkommen in Friaul-Julisch Venetien

Cividale del FriuliIhr sucht eine Alternative zu den üblichen Feriendestinationen in Italien? Dann hätte ich einen Vorschlag für euch:
Friaul-Julisch Venetien – im äußersten Nordosten Italiens liegt eine Ferienregion, die mir in den letzten Jahren richtig ans Herz gewachsen ist.
Warum? Friaul-Julisch Venetien ist eine Region, die in weiten Teilen noch nicht dem Massentourismus an der Adria zum Opfer gefallen ist und in ihrer Vielfalt auf engstem Raum einzigartig ist. Vom höchsten Gipfel der südlichen karnischen Alpen bis zum Strand von Grado sind es gerade mal 150 km. Dazwischen findet man einsame Bergdörfer, Weinberge, Festungsstädte, Schlösser und einzigartige Ausblicke auf die Adria.
Und das Ganze liegt nur 3 1/2 Autostunden von München entfernt. In den kommenden Wochen werde ich euch einige dieser Orte in loser Reihenfolge vorstellen – kommt mit auf eine einmalige Reise in ein unbekanntes Land! Weitere Infos findet ihr vorab auch auf der Facebook Seite: DiscoverFVGGermany

 

 

 

 

Friulanische Mandeltarte

Die friulanische Mandeltarte ist ein traditioneller Kuchen aus der Provinz Görz. Diese Version ist mit weniger Mandeln, dafür aber cremiger und runder im Geschmack – Viel Spaß beim ausprobieren.

Zutaten:
450g Mehl
75g Zucker
100g Butter
3   Eier
3  Eigelb
40g Hefe (1 Hefewürfel)
75g Mandeln (in Stiften)
75g Rosinen
Semmelbrösel
2   Zitronen – Zitronenzesten verwenden
7 EL Rum

1.    Rosinen im warmen Wasser für 15min einweichen danach ausdrücken und bereitlegen
2.    Hefe in warmen Wasser auflösen
3.    Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde machen
4.    3 Eier, 3 Eigelb, Zucker, Rum, Zitronenschale, weiche Butter, Hefe in die Mitte geben
5.    Kneten, bis sich eine homogene Masse ergibt
6.    Rosinen untermischen
7.    1h Stunde an einem warmen trockenen Ort aufgehen lassen
8.    Springform fetten, Semmelbrösel auf dem Boden ausstreuen
9.    Mandeln auf dem Boden verteilen
10.    Teig darüber
11.    1h gehen lassen
12.    1h bei 180C backen

Italien – Sehnsuchtsorte Teil 2: Topolò

Die letzte Station unserer Adriaumrundung war das Friaul, wo wir uns wie im letzten Jahr in Topolò ein Ferienhaus gemietet hatten. Jetzt fragt sich der geneigte Leser verwundert, wer geht denn freiwillig ins Friaul und dann auch noch in einen Ort namens Topolò, den wirklich niemand kennt? Also betreibe ich hier mal ein bisschen Aufklärung. Das Friaul ist eine wunderschöne Kulturlandschaft, die im Nordosten Italiens an den Grenzen zu Österreich und Slowenien liegt. Im Süden liegt das Meer und im Norden die Berge. Im Osten wunderschöne Weingebiete, mit vielen Weingütern, wo man guten Weißwein verkosten und kaufen kann. Klar, es ist nicht die Toskana, aber in vielen Bereichen kann diese schöne Landschaft mit der weit berühmteren Region in der Mitte Italiens mithalten, und sie hat einen weiteren unschlagbaren Vorteil – sie ist keine 400 km entfernt von München.

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Italien – Sehnsuchtsorte Teil 1: Euganeische Hügel

Mit der Ankunft in Bari haben wir den Balkan nun hinter uns gelassen. Italien: die letzte Station unserer Reise. Da wir die 1250 km nach München nicht in einem Rutsch erledigen wollten, haben wir uns auf dem Weg in den Norden noch einige Zwischenstopps gegönnt. Unser erstes Ziel waren die Euganeischen Hügel in der Nähe von Padua. Bis dorthin waren es immerhin auch schon über 700 km, also war der Tag mit Autofahren auf den italienischen Autobahnen recht gut gefüllt.

Aber leider dauerte das Ganze noch einen deutlichen Zacken länger, da wir über 150 km eine Baustelle zu meistern hatten, wo es neben Geschwindigkeitsbegrenzungen – 60 km/h für Ausländer (5%), 100 für vorsichtige Italiener (5%) und 130 für den Rest – auch viel stockenden Verkehr gab. Da das Thermometer sich unerbittlich der 40-Grad-Marke näherte, gönnten wir uns in der Nähe von Ancona eine Stunde Strandurlaub mit Besuch in einem gut gekühlten Restaurant. Darüber hinaus musste natürlich der obligatische Stopp im Supermarkt Esselunga sein, wo wir uns mit Olivenöl und Risottoreis für Deutschland und sonstigem Essen für unser Ferienhaus in Topolò eindeckten.

Durch diese Verzögerungen kamen wir dann doch recht spät in den Euganeischen Hügeln an und fielen in unserem Landhaushotel eigentlich sofort ins Bett, ohne uns noch größer um die schöne Landschaft zu kümmern. Das musste aber am nächsten Morgen sofort geändert werden. Also raus aus den Federn und durch die wunderschönen Weinberge nach Valsanzibio. Valsanzibio? Noch nie gehört, oder? Ja, das ist das Problem, wenn man als Sehenswürdigkeit im Hinterland von Venedig liegt, wo sich die Touristenmassen türmen, die aber den Dunstkreis der Lagune nie verlassen. Deshalb sind Orte wie Padua, Ferrara und auch die Euganeischen Hügel wunderbare stille Ecken, in denen man tolle Dinge entdecken kann, ungetrübt vom Massentourismus. OK, Touristen kommen auch hierher, aber meist doch Italiener aus den Großstädten der Umgebung für einen Wochenendausflug, um den Wein,  das gute Essen und die Thermen zu genießen.

So, genug abgeschweift – zurück nach Valsanzibio zur Villa Barbarigo. Hier findet man einen der besterhaltenen Barockgärten Italiens. Die Villa gehörte einem venezianischen Adligen, der hier in den euganeischen Hügeln seine Sommervilla erbaute, um der Hitze Venedigs zu entfliehen. Die Gartenanlage wurde von seinem Sohn Gregorio Barbarigo konzipiert (ich zitiere das Informationsblatt: „Der erstgeborene Gregorio, Kardinal und zukünftiger Heiliger, inspirierte die mystische Symbolik des Projektes“).  Umgesetzt wurde das Projekt von Luigi Bernini, der auch für den Vatikan tätig war und vor allem für seine Brunnen berühmt war. Die ganze Gartenanlage ist so konzipiert, dass der Weg des Menschen zu seiner Erlösung nachempfunden werden kann. Wow, das ist doch schon mal beeindruckend. Ich will ja niemanden hier mit der ganz ausführlichen Beschreibung langweilen, aber der Garten mit seinen über 70 Statuen ist ein einmaliges Erlebnis. Der wunderschön angelegte Irrgarten, die Wasserspiele und die Skulpturen sind herausragend. Eine Skulptur will ich doch noch beschreiben: Die Zeit, dargestellt als geflügeltes Wesen, das auf einem Sockel ruht und einen Kuboktaeder auf den Schultern trägt. Sie hat ihren Flug durch den Raum unterbrochen und symbolisiert hier die Transzendenz. Man bewegt sich hier als Mensch von der Immanenz zur Transzendenz; die
Symbolik erlaubt es dem Betrachter, an dieser Stelle sein Irdendasein zu verlassen …. äh stopp, das wird doch alles viel zu philosophisch. Also gut, ich lass es hier mal gut sein, aber die alten Meister haben sich echt was gedacht, als sie so einen Garten anlegten.

Nach so viel Philosophie widmeten wir uns doch lieber den spielerischen Elementen des Gartens, sprich den lustigen Wasserspielen, wo der geübte Tourist sich bequem die Füße kühlen kann. So erfrischt, begaben wir uns ganz irdisch mit dem Auto ins Friaul, wo unsere letzte Station auf unserer Reise durch Raum und Zeit auf uns wartete: ein Ort, der eindeutig aus der Zeit gefallen ist – Topolò – dazu aber morgen mehr !