Tierra del Fuego – Fin del Mundo

Heute berichten wir vom südlichsten Punkt unserer Reise – Ushuaia; wie es sich gerne selbst bezeichnet: die südlichste Stadt der Welt. Aber dazu später mehr. Gestern Abend sind wir von El Calafate aus das letzte Stück hierher geflogen; war ja zum Glück nur noch ein kleiner Hüpfer von 55 Flugminuten. Zum Ausgleich hatte der Flieger beim Start aber gleich mal 30min Verspätung. Das ist für deutsche Bahnreisende ja eigentlich noch keine richtige Verspätung. Aber unser Kapitän meinte, 30 Minuten wären noch nicht genug, und umkreiste das Zielgebiet Ushuaia mehrfach oberhalb der Wolkendecke. Der Landeanflug war trotz Windstille mehr nach dem Geschmack eines chinesischen Taxifahrers – Gas wegnehmen, ein bisschen sinken, sofort Gas geben, wieder ein bisschen steigen, dann Gas ganz weg … hmm … vielleicht noch mal kreisen? In die Wolken eintauchen oder doch nicht … so schaffte er es irgendwann doch noch, das Ende der Welt zu finden.

Unser erster Eindruck von Ushuaia war der sofortige Vergleich mit Island. Die rauhe Natur, die bunten zusammengewürfelten Häuser und das Meer … doch was ist das? Es gibt im Gegensatz zu Island Bäume, und zwar viele und große 😉 Der Ort ist ein wichtiger Hafen unter anderem auch für viele Kreuzfahrtschiffe, die auf dem Weg in die Antarktis oder ums Kap Horn sind. Laut den Schildern, die hier am Hafen stehen, ist die Antarktis von Ushuaia nur 1000 km entfernt. Damit ist Ushuaia der am günstigsten gelegene Hafen für Ausflüge in die Antarktis weltweit. Mit dem Titel südlichste Stadt der Welt ist das so eine Sache – da das chilenische Puerto Willams mit gerade mal 2700 Einwohnern ein paar km südlich liegt … nun ja lassen wir das 😉

Aber um einen letzten Vergleich zu bemühen, und um euch die Unterschiede zwischen Nord- und Südhalbkugel zu illustrieren: Als fast südlichste Stadt der Welt ist Ushuaia weiter weg vom Südpol als Moskau vom Nordpol ……und Reykjavík liegt noch deutlich nördlicher als Moskau/näher am Nordpol.

So, genug der langen Einordnung. Wir waren heute natürlich wieder mal wandern. Dazu haben wir uns mit einem Minibus in den Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) chauffieren lassen und haben dort erst einmal eine 4h-Küstenwanderung unternommen. Wir dürfen das ja gar nicht sagen – aber wir hatten strahlendes Wetter. 15 Grad, Sonnenschein, türkisblaues Meer, tolle Ausblicke, wenig Wind, Muscheln, Blumen, Bäume, einfach wunderschön. Sogar zwei Spechte konnten wir beim Nestbau beobachten. Nach kurzer Rast im Besuchercafé und einer kleinen Anschlusswanderung sind wir noch auf einen Aussichtshügel gestiegen und haben die Sonne genossen.

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Nachdem wir in den letzten Tagen fast 55km zu Fuß unterwegs waren, werden wir morgen eine ganz gemütliche Bootstour im Beagle-Kanal machen und Seehunde, Kormorane und sonstiges Getier besichtigen.

3 Gedanken zu „Tierra del Fuego – Fin del Mundo

  1. Waltraud

    Die Bilder sind unglaublich beeindruckend und schön!
    Was ist dieses honigfarbene Gebilde zwischen dem Laub am Boden? Ein Pilz, eine Frucht, eine Wabe oder was sonst???
    Ich bin dem Internet dankbar, dass man so viel Schönheit so schnell und hautnah miterleben kann!!!
    Hoffentlich habt ihr bei euren nächsten Flügen bessere Bedingungen!!! Dieser Flug hätte mich bestimmt den letzten Nerv gekostet,

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  2. Sandra

    Wow ich weiss schon warum ich immer mal nach Feuerland wollte – echt schöne Natur dort.
    Euch noch eine gute Weiterreise!

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