Über die Pässe des Balkans ins unbekannte Albanien

Auf dem Weg von Dubrovnik nach Albanien liegt noch ein kleines Land, das die geringe Größe durch eindrucksvolle Naturschönheiten wettmacht – Montenegro. Der Fjord von Kotor bietet ein eindrucksvolles Schauspiel, das man nicht nur umfahren, sondern auch mit der Fähre überqueren kann. Und wenn man Passstraßen als Autofahrer mag, wartet in Kotor eine besondere Herausforderung auf den Fahrer: der Bergpass nach Cetinje. Eine Haarnadelkurve an der anderen und das auf einer Straße, die meist nicht breiter als das eigene Auto ist. Das ganze garniert mit Ausflugsbussen, die in manchen der Kurven rangieren müssen, um überhaupt rum zu kommen ;-). Die Belohnung. Einmalige Ausblicke auf die Bucht von  Kotor. Ein einmaliges Erlebnis, das einen nach der Adria und den Festungsstädten Dubrovnik und Kotor auf eine Almhochfläche bringt, die einen Vergleich mit den Alpen nicht scheuen muss.

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Nach diesem Highlight steigt man vom Pass herab und fährt über Podgorica – ja, so heißt die Hauptstadt von Montenegro – in Richtung albanische Grenze. Man merkt, dass bis weit in die 90-er die Welt hier zu Ende war. Die Straße, die zur Grenze führt, ist ein asphaltierter Feldweg, der erst vor einer Woche zu einer richtigen Staße ausgebaut wurde. Auch der Verkehr ist recht übersichtlich, und unvermittelt steht man am Grenzübergang Hani i Hotit. Die Abfertigung ist ziemlich direkt, dieses Mal brauchen wir die Grüne Versicherungskarte und die Fahrzeugpapiere. Aber keine weiteren Probleme. Alles in Ordnung, und los geht es nach Albanien!

Und das Land begrüßt einen gleich mit einer Schotterpiste und Schlaglöchern in Kleinwagengröße, doch auf einmal breit asphaltierte Straße – juhu, los gehts … doch nach wenigen 100 m auf einmal wieder Schotterpiste … und so ging es die ersten 10 km hin und her, mal hü mal hott, ohne erkennbaren Grund, warum hier mal ein Kilometer Asphalt und da auf einmal 2km Schotterpiste ist. Aber danach war die Straße für die letzten Kilometer durchgehend mit Asphalt überzogen und breit genug für vier Autos … nur noch die Schilder mit Tempo 30 störten etwas … na ja, mal vorsichtig eine passende Geschwindigkeit suchen und dann als guten Kompromiss auf die doppelte Geschwindigkeit geeinigt. Vor allem war ich damit immer noch das langsamste Fahrzeug auf der Straße. Kein Wunder, ich fahr ja auch nur ein Ford und alle anderen hier Mercedes. Als ich zum ersten Mal las, dass in Albanien die höchste Dichte an Mercedesfahrzeugen sein soll, habe ich nur gelacht, aber es ist wirklich so: Vor allem die älteren Schätzchen, besonders der gute alte 200D, verrichtet hier unvezagt seinen Dienst auf der Rüttelpiste.

Sowieso sind die Leute sehr positiv auf alles Deutsche zu sprechen. Auch beim Public Viewing (EM Deutschland gegen Portugal) heute Abend waren alle um uns herum auf deutscher Seite und (unfassbar mitten in Shkodra) es gab Autokorsos mit deutschen Fahnen und allem was dazugehört – Wahnsinn, hätte ich so nicht erwartet.

Aber zurück zu Shkodra. Die Stadt hat an sich wenige Sehenswürdigkeiten außer der Festung Rozafa, die aber zu sehr ungünstigen Zeiten offen hat. Deshalb werden wir sie morgen auch nur aus der Ferne bestaunen. Aber in der Innenstadt gibt es eine kleine Fußgängerzone, in der sich eine Kneipe an die andere reiht und wo abends flaniert wird. Natürlich stand heute das Thema Fußball im Vordergrund, aber die Damen flanierten im dünnen Kleidchen und High Heels an den Jungs vorbei. Wie kommt unser Reiseführer eigentlich auf die Idee, dass Frauen hier eher konservativ angezogen sind? Unser Abend war auf jeden Fall ein Highlight: Wir saßen mit mehreren albanischen Studenten zusammen, von denen einer fließend Italienisch und der andere einigermaßen Englisch konnte, und gemeinsam hatten wir viel Spaß – eigentlich war das Spiel da fast schon Nebensache. Aber zum Thema Shopping, Stylingtyps und Beziehung über Konfessionsgrenzen hinweg darf meine Typberaterin Claudia später noch einen Blog verfassen … bis dahin viel Spaß 😉

3 Gedanken zu „Über die Pässe des Balkans ins unbekannte Albanien

  1. diana

    oh, das macht mir ja schon wieder richtig Fernweh!! Wunderbare Bilder, ich glaube, das sollte mal ein Familienurlaubsziel werden bei uns! Habt noch eine gute Zeit!

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  2. Helgi Rossi

    wie schön, daß ihr wieder eine Reise mit uns teilt. Ich bin begeistert!! Attila , du solltest Reiseführer schreiben, deine Berichte versetzen den leser direkt in das jeweilige Land.
    Grüsse an euch alle!!

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    1. Attila Beitragsautor

      hallo helgi,
      vielen Dank für Deinen tollen Kommentar. Es macht mir Spaß diese kleinen Artikel zu schreiben und es freut mich, dass ich eine kleine Fangemeinde hab die gerne mit mir verreist.

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