Ushguli – Türme für die Ewigkeit

img_6129Nachdem uns gestern Mestia mit seinen  außergewöhnlichen Steintürmen schon recht beeindruckt hat – dachten wir uns, ob das wohl noch zu steigern ist?

Also machten wir uns heute auf einen Tagesausflug in das nur 46km entfernte Ushguli, das am Ende eines Hochtals auf 2200m liegt und für sich den Titel: höchstgelegenes ständig bewohntes Dorf Europas beansprucht….aber so ein Superlativ bräuchte die kleine Gemeinde eigentlich nicht, denn hier ist wirklich nicht nur die Lage einzigartug, sondern die schiere Menge der Wehrtürme, die hier in dieser kleinen Ansiedlung versammelt sind.

img_6135Aber der Reihe nach – 46km hört sich jetzt erst einmal nach einem Klacks an – aber ohne geländegängiges Fahrzeug geht hier gar nichts. Also hat Roza ihren Onkel aktiviert um uns mit dem großen Pajero dorthin zu fahren. Was wir zwar gelesen hatten aber fast nicht glauben konnten ist, dass man fast 2,5h für die paar Kilometer braucht. der größte Teil der Strecke ist eine ausgewaschene Buckelpiste, bei der man mehr als einen Fluß durchqueren und die eine oder andere haarige Situation am Rande des Abgrunds meistern muss.

Nach 2,5h kommt man völlig durchgeschüttelt in einer völlig fremden Welt an – 3 kleine Dörfchen liegen in dem engen Hochtal an dessen Schluss der höchste Berg Georgiens mit über 5000m sein weißes Haupt erhebt – und überall stehen diese faszinierenden Wehrtürme. Jeder sieht ein bisschen anders aus und hat seine eigene Wirkung auf seine Umgebung.

img_6067Die Frage, warum es hier so viele Wehrtürme und kein einheitlich befestigtes Dorf gibt ist relativ einfach zu beantworten. Von jeher lebten die Menschen hier im Familienverbund und jeder dieser Clans sah sich als eigenständig an. Natürlich waren sich nicht alle Clans freundlich gesinnt und so kochte hier jeder sein eigenes Süppchen oder wie in diesem Fall baute sein eigenen Turm zur Verteidigung im Falle dass irgendwelche Reitervölker hier zum brandschatzen vorbei schauten. Sobald Gefahr in Verzug war schaffte man alle beweglichen Güter in den Turm zog die Leiter ein und so war die Struktur fast uneinnehmbar. Eine Belagerung machte auch keinen Sinn weil die Leute im Turm mit allem versorgt waren…

img_6071Die einzelnen Dörfer zu erwandern ist gar nicht so einfach, da es keine befestigte Wege gibt und man sich bei regnerischen Wetter knöcheltief im Matsch und Kuhdung fortbewegt – das macht die Entdeckung der einzelnen Türme wirklich zu einem eindrücklichen Erlebnis. Nun aber genug der Worte, hier ein paar Bilder – soviele wie die Internetverbindung heute hergibt – in Deutschland folgen bestimmt noch ein paar mehr…

Nach 2h in denen wir viele Eindrücke von Türmen, Hunden, Kühen und freundlichen Menschen gesammelt hatten ließen wir uns 2h lang zurückschaukeln und freuen uns heute abend wieder auf die Gastfreundschaft in unserem Guesthouse.

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