Schlagwort-Archive: Reiseberichte

Tat Kuang Si – Ein Traum von einem Wasserfall

Heute ist der letzte Tag für uns in Luang Prabang – und zum Schluss haben wir uns noch ein weiteres touristisches Highlight aufgehoben, den Wasserfall Tat Kuang Si – 30 Km südwestlich von Luang Prabang.

Heute machten wir es uns recht bequem und buchten die Fahrt zum Wasserfall einfach über das Hotel – mit deutscher Pünktlichkeit wurden wir um 11.30 abgeholt und sammelten nach und nach noch ein paar Kunden ein, um schließlich vollbepackt mit 15 Leuten loszurasen – Unser Fahrer war dieses Mal ein verhinderter Formel 1 Pilot, der seinen Minivan mit atemberaubender Geschwindigkeit durch die kurvige Strecke jagte – jedes Schlagloch wurde scharf angefahren um mit einer Vollbremsung trotzdem im Loch zu landen – zum Glück war die Fahrt kürzer als ne Stunde, also war es gerade noch so auszuhalten.

Kaum angekommen stürzten wir uns in Getümmel der chinesischen Reisegruppen – zum Glück wurde der Andrang mit jedem Schritt ein bisschen weniger 😉 Bevor wir zum eigentlichen Wasserfall kommen windet sich der Pfad durch die Auffangstation für gefährdete Mondbären. Hier finden von Wilderern befreite Tiere eine neue Heimat und können in Ruhe ihren Lebensabend verbringen, wenn sie nicht wieder ausgewildert werden können.

Nach diesem Intermezzo windet sich der Pfad zum ersten kleinen Wasserfall mit traumhaftem türkisfarbenem Pool – die Bezeichnung Garten Eden ist mehr als zutreffend. Mit jeder neunen Fallstufe werden die Pools größer, schöner und paradiesicher – mit Worten kann man diesen Wasserfall nur schwer erklären. Schließlich stehen wir vor dem Hauptwasserfall – eine Szenerie, die Tolkien nicht besser für seine Welten erfinden hätte können. 60m fällt das Wasser über malerische Felsblöcke so verspielt, dass es auch ein Gemälde sein könnte.

Trotz der Menschenmassen beeindruckt das Naturschauspiel und wir fanden unseren eigenen schönen Platz und Moment, um den Ort gebührend zu würdigen. Am Rande des Wasserfalls führt ein steiler rutschiger Pfad zum oberen Rand des Wasserfalls – hier herrscht deutlich mehr Ruhe, und wir konnten unsere Füße noch ein bisschen in einem Pool kühlen – der Rückweg führt auf der anderen Seite des Wasserfalls hinunter und ein gutes Stück der Treppen ist vom Wasserfall selber überspült, so dass wir über unsere neuen wasserfesten Trekkingsandalen mehr als glücklich waren. Dadurch wurde dieser kurze Abschnitt zu einem kurzweiligen Vergnügen 😉



Pünktlich stand unser Minivan bereit und unser Faher scheuchte alles von der Straße, um uns so schnell wie möglich zurück in die Stadt zu bringen – bevor wir uns heute Abend ein laotisches BBQ gönnen haben wir gerade noch den größten Mango-Papaya Shake aller Zeiten getrunken 😉

Unser Laotischer Kochkurs

Heute haben wir unser Weihnachtsgeschenk direkt in die Tat umgesetzt – ein Kochkurs bei einem der besten und bekanntesten Restaurants in Luang Prabang – die Tamarind Cooking School. Los ging es schon um 09:00 am Restaurant – unsere kleine Gruppe setzte sich zusammen aus 4 Amerikanern, 2 Esten, 5 Schweizern (einer Famile) und uns Beiden.

Als erstes wurden wir mit dem Minibus zum größten Markt von Luang Prabang gebracht – hier wurde uns an verschiedenen Ständen interessante Gemüse, Kräuter und Gewürze gezeigt. Wieder einmal stand ich staunend vor der immensen Auswahl an Kräutern, die die Laoten in ihren Gerichten verwenden. Sehr spannend, was es hier zu entdecken gibt – Dinge, die der bestsortierteste Asia-Markt in der westlichen Hemisphäre auf keinem Fall im Standardprogramm hat – oder habt ihr schon mal was von “Spicy Wood” gehört? Das ist ein richtiger kleiner Baumstamm, dessen Rinde abgeschält wird und der in Eintöpfen einen sauren und scharfen Geschmack ergibt. Noch ein Beispiel: Sägezahn-Koriander – schmeckt wie Koriander sieht halt aus wie ein Sägeblatt. Natürlich lässt es sich der Guide nicht nehmen, die Leute durch die Fleischsektionen zu führen. Das ist für zartere westliche Gemüter schon manchmal ein Härtetest (noch lebende Frösche und gedörrtes Eichhörnchen sind hier die Extreme) – aber insgesamt eine sehr interessante und lehrreiche Stunde, bei der ich wieder viel neues kennengelernt habe.

Vom Markt ging es dann weiter zu einem Gartengrundstück etwas oberhalb von Luang Prabang, wo der Kochunterricht in mehreren wunderschön gelegenen Pavillons stattfand. Unser Kochlehrer war ein unheimlich freundlicher und aufgeweckter Laote, der sehr gut Englisch sprach und uns mit viel Liebe und Witz die laotische Küche nahe brachte. Jeder aus der Gruppe bekam seinen eigenen Arbeitsplatz und los ging es mit den verschiedenen Gerichten, die ich hier ein bisschen näher erleutern möchte:


Sticky Rice
Unser Lehrer erklärte uns ausführlich, was zu beachten ist, um Sticky Rice herzustellen: wichtig ist vor allem der richtige Reis, langes Einweichen und dämpfen im Bambuskorb statt zu kochen – zum Glück war der wichtigste Schritt, das Einweichen schon erledigt und wir konnten den Reis noch einmal in Ruhe waschen und schließlich zum Kochen auf die Kohlen stellen -fertig!
Jeow –
eine Art Sauce, die entweder aus Tomaten oder Auberginen hergestellt wird – zu diesem Zweck durften wir erstmal die verschiedenen Zutaten über offenem Feuer rösten – wobei der Röstgrad der Aubergine in Richtung Steinkohle tendierte – aber dadurch war das Raucharoma auch herrlich ausgeprägt 😉 Anschschließend wurde alles im Mörser zu einer wunderbaren Paste gestampft – wie alle anderen Gerichte wurde diese erst einmal für das Mittagessen zur Seite gestellt.
Mok Pa
als nächstes ging es daran, das Hauptgericht – Fisch im Bananenblatt gedämpft – vorzubereiten. Hierzu stellten wir als erstes eine Marinade her, in der der Fisch eine Viertel Stunde ziehen durfte – dann wurden wir in die hohe Kunst des Bannanenblattfaltens eingeweiht, um schließlich das Ganze Paket im Dämpfer auf offenem Feuer für 20 Minuten sanft zu garen. Hört sich nicht spektakulär an, aber das Ergebnis war vom Geschmack eine wahre Offenbarung.
Stuffed Lemongras
…das nächste Gericht war auf jede erdenkliche Weise faszinierend. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, wie wir etwas in einen Stängel Lemongras füllen sollen und schauten unserem Lehrer bei der Vorbereitung zu – dabei wurden unsere Augen immer größer und runder, ob der Fingerfertigkeit unseres Meisters und ganz ehrlich, jeder von uns fragte sich: wie soll ich das wohl hinbekommen? Aber erst mal der Reihe nach – zuerst muss ja die Füllung gemacht werden, dazu werden Kräuter, Schalotten und Knoblauch zu einer Paste gestampft in die gehacktes Huhn eingearbeitet wird – so weit, so einfach – dann kommt der spannende Teil: – der Zitronengrasstängel wird ein Fingerbreit oberhalb des Wurzelendes rundherum 6-7 cm lang eingeritzt bis die vielen Streifen eine Art Nest bilden, die dann breitgeklopft wurden um so ein größeren Käfig für das gehackte Huhn zu bekommen – ja dann nur noch Füllung rein, alles in Ei wenden und fritieren – wir waren sowas von stolz, dass wir mit ein bisschen Hilfe die Stängel soweit aufgedröselt bekamen, damit ein großes Nest entstand – insgesamt war das Ergebnis vom Aussehen und Geschmack unheimlich gut.
Laap
Das laotische Nationalgericht – ein Salat aus Büffelhack und vielen, vielen Kräutern und Gewürzen, scharf angebraten und serviert mit einer Mischung verschiedener Blätter, wie zum Beispiel Betelnuss und Salat…
Purple Sticky Rice
Zum Nachtisch durften wir noch unsere eigene Kokosnussmilch herstellen indem wir die Späne von frischen Kokosnüssen mit warmem Wasser ausspülten und wieder ausdrückten, bis daraus Kokosmilch wurde – darin wurde nun der Sticky Rice noch einmal aufgekocht und fertig war der unheimlich geschmackvolle Milchreis, der mit Sesam bestreut und dann mit Mango oder anderen Früchten gegessen wurde.

Nach 5 Stunden staunen, kochen und essen ging es wieder zurück in die Stadt. Ich habe unheimlich viel Neues gelernt und wir waren begeistert, wie gut die verschiedenen Gerichten zu erlernen waren und wie fantastisch das Ergebnis dann auch schmeckte.

Den restlichen Nachmittag nutzten wir dazu, noch ein bisschen durch die Stadt zu schlendern, um den vollen Bauch etwas zu bewegen und besichtigten noch zwei schöne Tempel. Insgesamt ein perfekter Tag mit vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen.

Luang Prabang – ein Bilderbogen

Heute haben wir uns einen Tag Zeit genommen, um die wunderschönen Tempel von Luang Prabang in aller Ruhe zu besichtigen. Ansonsten war heute auch bei uns Weihnachtsfeier, die wir in einem schönen laotischen Restaurant abgehalten haben – aus diesem Grund möchte ich heute den Blog ein wenig kürzer halten und dafür Bilder sprechen lassen.

Morgen geht die Arbeitswoche schon wieder los und wir werden einen laotischen Kochkurs machen – davon werde ich morgen Abend dann ausführlich berichten – Viel Spaß!

Tempel von Angkor Wat – eine Zusammenfassung

Heute haben wir den dritten Tag wunderschöne Tempel im Großraum Angkor Wat besichtigt. Heute weiche ich mal vom üblichen Schema ab und gebe eine kurze Übersicht, was Ihr bei einem Besuch der Tempel in Angkor Wat beachten solltet. Damit es nicht zu eintönig wird lockere ich das Ganze mit einer Auswahl von Tempelbildern des heutigen Tages auf.

Die Anreise nach Siem Reap – das Gateway zu den Tempeln – ist heutzutage recht einfach – von vielen asiatischen Städten gibt es mehrmals täglich Flüge hierher – am häufigsten von Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok. Unterkünfte gibt es hier wie Sand am Meer: für jede Preisklasse gibt es genau das Richtige – ich selbst bin großer Fan vom Golden Banana Boutique Hotel. Nach 2002 und 2007 ist das mein dritter Aufenthalt hier – es ist faszinierend zu sehen, wie dieses lokale Unternehmen sich von kleinen Anfängen mit mehreren Bambushütten zu drei stilvollen Häusern mit zwei Pools gemausert hat. Dabei hat sich das Hotel auf die Fahnen geschrieben, jungen Menschen hier eine Ausbildung zu bieten und so neue Fachkräfte aufzubauen. Das Personal ist unheimlich nett und zuvorkommend und der Gast wird mit jeder Menge Herzlichkeit beinahe erdrückt. Wir haben uns hier 4 Nächte sehr wohl gefühlt.


Um die Tempel zu besichitigen gibt es verschiedene Transportmögichkeiten – für die näheren ist ein Tuk-Tuk eine gute Wahl. Für alles, was ein bisschen weiter weg ist sollte man sich den Luxus eines Autos gönnen, sonst wird die Fahrt zu einer Quälerei. In Theorie kann man sich auch ein Fahrrad leihen, aber bei über 30 Grad 15-20Km zu strampeln ist eher was für Liebhaber. Falls man den Transport nicht über seine Unterkunft organisieren möchte, findet sich an jeder Straßenecke ein freundlicher Fahrer, der einen für 15-25 Dollar pro Tag zu den Tempeln fährt.

Eintrittskarten müssen vorab an einer zentralen Ticket Office gekauft werden, welches im Niemandsland zwischen Siem Reap und den Tempeln liegt. Keine Sorge, jeder Fahrer weiß wo und bringt einen vorher da hin. Kostenpunkt ist in der Zwischenzeit 37 Dollar für einen Tag und 62 f 3 Tage – es gibt auch noch 7 Tages-Tickets, aber das ist wirklich was f Liebhaber.

Persönlich empfehle ich das 3 Tagesticket, weil ich dann genug Zeit habe, alle Tempel, die mich interessieren, ohne Zeitdruck und Hetze anzuschauen. In der Regel gibt es zwei Standardrouten, die von den Fahrern abgefahren werden: die kleine Runde mit den großen Highlights Angkor Wat, Bayon und Ta Prom und noch ein paar weiteren interessanten Tempeln, und die “große” Runde, auf der weniger bekannte, aber nicht minder schöne Tempel wie zum Beispiel Prea Kahn, Ta Som und Bantey Kdei liegen. Darüber hinaus gibt es im Umkreis von bis zu 60km noch viele weitere Tempel, wie zum Beispiel unsere Auswahl von gestern oder die Tempel der Rolus Gruppe. Normalerweise kann man sich sein eignes Tempelmenü zusammenstellen, aber es hat schon seine Berechtigung, die zwei Standardrouten abzufahren.

Kommen wir zum letzten Punkt: wie vermeide ich die Massen. Hierzu hat jeder Blog und jeder Reisführer ganz eigene Ansichten. Zum Beispiel steht im Lonely Planet, dass man direkt nach dem Sonnenaufgangsspektakel Angkor Wat besichtigen soll – in der Zwischenzeit machen aber die meisten Tourgruppen genau das und fahren erst anschließend die chinesiche Gruppe zum Frühstück ins Hotel – deshalb haben wir Angkor ganz ans Ende des ersten Tages gestellt, erlebten am Nachmittag einen fast leeren Tempel und genossen im Schatten die wunderbaren Steinmetzarbeiten. Ansonsten hatten wir in fast allen Tempeln immer die Möglichkeit, ruhige Ecken und Zeiten zu finden – es hilft, wenn man einfach mal eine Tourgruppe aussitzt und danach auf einmal fast allein im Tempel ist – die einzige Ausnahme ist Ta Prom – der Lara Croft Tempel ist ein Instagrammparadies und die Leute stehen Schlange für den perfekten Shot.

Die Bilder heute stammen vor allem aus den Tempeln Prea Khan, Neak Pean, Ta Som, East Mebon, Bantey Samre und Bantey Kdei.

….ansonsten verlassen wir heute Kambodscha und machen uns morgen auf dem Landweg nach Laos. Wir sind schon gespannt, was f Abenteuer auf dem Weg dorthin auf uns warten – viel Spaß beim Lesen!

Heutiges Tempelmenü: pink – nass – verwunschen…

Unser zweiter Besichtigungstag startete zum Glück nicht ganz so früh, denn heute kamen wir ganz ohne Sonnenaufgang aus – aber wegen der Hitze und der Entfernung,  war ein Aufbruch um 07:00 Uhr trotzdem notwendig. Dafür tauschten wir unser treues Tuk-Tuk gegen eine stattliche Limousine – 140km im Tuk Tuk kann man machen …. muss man aber nicht 😉 Außerdem standen nur drei Tempel auf dem Menü, und deshalb blieb noch genügend Zeit für die eine oder andere Erfrischung.

Als ersten Gang ging es nach Banteay Srei, auch als Frauentempel oder “pink citadel” bekannt. Dieser wunderschöne kleine Hindutempel liegt in einiger Entfernung von den Haupttempeln und besticht vor allem durch seine wunderschönen Steinmetzarbeiten – jeder Türstock, Kapitel und Figur wurde mit einer Detailtiefe ausgeführt, dass es eine wahre Freude ist, jeden einzelnen Stein in Ruhe zu betrachten und das beste Fotomotiv zu suchen. Wenn man bedenkt, dass dieser Tempel über 1000 Jahre alt ist es erstaunlich, wie versiert die Khmer-Steinmetze schon damals waren und wie gut die Arbeiten die Zeit überdauert haben.

Das zweite Heiligtum ist gar nicht so einfach zu erreichen – wir mussten erst einmal  1,5 Km durch den Dschungel über Stock und Stein wandern, um zu dem kleinen Wasserfall zu kommen, wo dieses kleine Heiligtum zu besichtigen ist – 1500m – hört sich nicht unbedingt nach viel an – aber bei 34 Grad, 75% Luftfeuchtigkeit und bergauf waren wir froh, dass es dort vor Ort noch ein Getränkestand gab, um Flüssigkeit und Kalorien aufzufüllen. Das Heiligtum selber sind hauptsächlich ein paar Steinskulpturen im Wasser und viele Tausende Lingas – Fruchtbarkeitssymbole – aber die Stimmung und die Einzigartigkeit machen für mich den größten Reiz hier aus und machen diesen anstrengenden Abstecher lohnenswert.

Von hier aus ging es noch eine weitere Stunde mit dem Auto weiter zu unserem letzten Tempel – Beng Mealea, einer meiner ganz persönlichen Favoriten – der Tempel ist ähnlich wie Ta Prom noch immer komplett vom Dschungel überwuchert – aber im Gegensatz zu dem berühmten Lara Croft-Tempel wurde hier fast gar nichts aufgeräumt. Hier kommt ein bisschen Indiana Jones-Feeling auf, dass wir diesen Tempel neu entdeckt haben und die ersten Europäer sind, die den Tempel gefunden haben – natürlich hilft es, dass durch die Entfernung von fast 60 km von Siem Reap nur wenige Touristen und noch weniger Tourgruppen hierherkommen. So hatten wir diesen Tempel fast für uns allein und konnten diese verwunschene Stimmung auf uns wirken lassen – ein einmaliges Erlebnis!

Morgen kommt dann noch der dritte und letzte Tempeltag, wieder mit unserem Tuk-Tuk – wir freuen uns schon auf unseren Fahrer und sind gespannt, was wir wieder Spannendes erleben  – viel Spaß beim Lesen

Weltkulturerbe im Dschungel Kambodschas

Heute war der erste Tag unserer dreitägigen Tempeltour durch die verschiedenen Tempelgruppen rund um Angkor Wat, Bayon und Ta Prom. Wie es sich gehört startet so ein Besichtigungstag mit dem Sonnenaufgang über Angkor Wat – leider hat die Sonne kein Einsehen, wann unsereins aufstehen will und so bleibt einem nichts anderes übrig, sich morgens um 04:30 aus dem Bett zu quälen, um in stockdunkler Nacht mit dem Tuk-Tuk Fahrer seines Vertrauens nach Angkor zu schaukeln. Überraschenderweise hatten ein oder zwei andere Menschen dieselbe Idee, und so trifft man sich mit halb China und einem bunten Mix aus dem Rest der Welt vor den Toren Angkors, um das Licht zu erwarten. Erstuanlicherweise ist trotz der Masse der Menschen eine sehr friedliche Stimmung und fast jeder bekomt seinen persönlichen Angkor-Moment, der im Bild festgehalten wird.

Um den Massen anschließend zu entgehen, änderten wir die Reihenfolge der zu besichtigenden Tepel ein klein wenig  – das verwirrte unseren Fahrer ein bisschen, aber dann war er bereit, uns in gewünschter Reihenfolge durch die Tempel zu fahren.

Hier noch ein kleiner Einschub für alle, die mit der Größe von Angkor Wat und den ganzen anderen Tempeln nicht so vertraut sind – Die Tempel verteilen sich auf einer Fläche, die deutlich größer als München ist und f Individualreisende ist in der Regel das Tuk-Tuk das Gefährt, das einen von einem Highlight zum anderen schaukelt. Unser Fahrer kennt natürlich alle Schleichwege und bringt uns immer zielsicher zu den etwas ruhigeren Plätzen, die gerade nicht so überlaufen sind.

In der Regel gibt es zwei Rundkurse, auf denen man die jeweils wichtigsten Tempel erfährt – wir haben heute die kleine Runde gemacht und dabei insgesamt 8 Tempel besichtigt, wobei Angkor Wat selber der größte ist und mit seinen 160 Hektar als eines der größten religiösen Gebäude der Welt gilt.

Neben Angkor Wat  ist der zweite berühmte Tempel der Bayon mit seinen vielen faszinierenden Gesichtern – dieser Haupttempel stand im 12. Jh mitten in der Stadt Angkor Thom, die mit einer geschätzten Einwohnerzahl von einer Million zu den größten Städten der damaligen Welt zählte.

Für die meisten Besucher ist aber Ta Prom das wahre Highlight – ein Tempel, der von riesigen Bäumen überwuchert ist und schon bei Tomb Raider im Kino zu sehen war.

Mein persönliches Highlight sind aber die vielen Apsaras (himmlische Wesen), die fast jeden Tempel verzieren und von denen es keine zwei Gleichen gibt – hier haben sich damals die Künstler wahrlich immer wieder selbst übertroffen.

…und welcher Tempel gefällt euch am Besten?

Sonnenuntergang über der Ebene von Angkor Wat

Der heutige Tag stand erst einmal wieder im Zeichen des Transits. Siem Reap, das Gateway zu Angkor Wat, ist ja nur ein Katzensprung entfernt, aber natürlich muss auch dieser kurze Weg ausgiebig gewürdigt werden – also erst einmal ein Taxi finden und dann eine Stunde durch den morgendlichen Berufsverkehr gondeln, der zu dieser Zeit zu Glück noch sehr dezent war. Am Flughafen war der Baggage Drop von Air Asia in überschaubarem Rahmen chaotisch, aber wir hatten zum Glück genug Zeit und konnten das Schauspiel recht entspannt bestaunen. Zu unserem Erstaunen war dagegen bei der Ausreise und dem Sicherheitscheck fast nichts los – so dass wir mehr als pünktlich am Gate ankamen.

Der kurze Flug war eine echte Herausforderung, die Zeit war viel zu knapp, um alle Einreiseformalitäten auszufüllen, den Nebenleuten aus Argentinien die Feinheiten des Visa-Formulars zu erklären und alle ausgeliehenen Stifte wieder einzusammeln – wirklich sehr unterhaltsame 40min 😉

Zum Glück hatten wir als gut organisierte Deutsche ja unser Visa schon online beantragt und konnten direkt zum freundliche Einreisebeamten gehn, wohingegen der Rest erst mal in die Schlange für das Visa on Arrival abbog, die immer länger wurde 😉

Unser Hotel hatte uns einen sehr freundlichen Tuk Tuk-Fahrer geschickt, der uns in Windeseile (dezente Ironie) direkt zum Hotel brachte. Das Hotel kenne ich von früheren Besuchen in Siem Reap und das Personal ist immer noch so freundlich und zuvorkommend wie ich es bei den zwei anderen Besuchen kennengelernt habe.

Bevor ich mich jetzt noch weiter verzettele zurück zum Sonnenuntergang: unser sehr freundlicher und kompetenter Fahrer brachte uns nach Pre Rup, einer wunderschönen Tempelruine, von der aus man den Sonnenuntergang über der Ebene von Angkor betrachten konnte. Wie in Angkor nicht unüblich waren wir nicht ganz alleine hier, aber es ließ sich immer wieder ein Plätzchen für Ruhe und den perfekten Shot finden – aber genug der Worte, hier abschließend zwei Bilder, die die Stimmung perfekt einfangen –

… nun, ich hoffe ich habe nicht zuviel versprochen – morgen schauen wir uns dann den Sonnenaufgang an – da geht es schon um 5 Uhr los – das wird ein Spaß!

Ein Tag in Bangkok

Nach dem dringenden Schlaf sind wir heute gut ausgeruht in unseren Sightseeing Tag gestartet. Auf dem Programm standen die großen touristischen Highlights der Stadt:
Wat Phra Kaew (Jadebuddha), Königspalast, Wat Pho und Wat Arun.

Natürlich ist an diesen Orten der Touristenandrang am größten, da aber die meisten Touristen in Gruppen organisiert sind werde diese durch die Tempel und Palastanlagen zügig durchgeschleust oder durchgejagt. Deshalb konnten wir in den meisten Fällen immer wieder auch sehr ruhige Ecke finden und viele schöne Details in Ruhe betrachten.

Besonders beeindruckt haben uns die wunderschönen Wandgemälde, die in ausdrucksstarken Bildern Sagen und Geschichten erzählen – wie in einem riesengroßen Wimmelbild kann man spannende, lustige und selbst grausame Darstellungen entdecken. Einer der lustigsten Gestalten war ein fliegender Elefant, der sehr grazil daherkam.

Der Jadebuddha wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar, aber seine religiöse Bedeutung und Wert sind unbezahlbar. Aber neben diesem gibt es , wie auf jedem Tempelgelände, mehrere Tempelhallen in denen verschiedene Buddhas verehrt werden und in jedem ist die Stimmung ein klein wenig anders. Natürlich muss man sich jedesmal etwas Zeit nehmen, das heisst, vorher Schuhe ausziehen, reinschleichen und einen Platz auf dem Boden suchen, Beine unterschlagen, dass diese nicht in Richtung Buddha zeigen und dann einfach den Raum auf sich wirken lassen – sehr entspannend.

Der Königspalast selber ist nicht zu besichtigen, man kann nur von außen ob der Größe und des Schmucks staunen – es lohnt sich trotzdem absolut, diese schönen Gebäude von außen sehen.

Das nächste Highlight liegt nur ein paar Straßen weiter –  Wat Pho, der für seinen riesigen liegenden Buddha bekannt ist. Auf 46m Länge liegt der Buddha in seiner eigenen Halle und ist von Kopf bis zu den Sohlen einfach nur beeindruckend – vor allem die Sohlen, auf denen 108 Eigenschaften Buddhas in Allegorien dargestellt sind, sind ein großartiges Meisterwerk, das viele überraschende und interessante Bildergeschichten darstellt.
Neben vielen weiteren interessanten Höfen und Hallen ist der Tempel vor allem auch für seine Massageschule bekannt: dort haben wir uns eine halbe Stunde durchkneten lassen, um fit für die letzte Tempelanlage zu sein.

Wat Arun – der Tempel der Morgenröte – liegt auf der anderen Seite des Chao Phraya und kann bequem mit der Fähre erreicht werden. Der Tempel ist mit unzähligen Porzellanscherben dekoriert, die als Ballast von chinesischen Schiffen mitgeführt wurde, und hier wunderschön recycelt wurden.

Das war unsere ausführliche touristische Highlighttour durch Bangkok, heute Abend werden wir in Chinatown verschiedene Streetfood-Stände ausprobieren bevor es morgen schon weiter nach Kambodscha geht.

Rundreise Südostasien 2018

Nach über 10 Jahren geht es diesen Winter wieder einmal in Richtung Südostasien. Ich bin schon sehr gespannt wie sehr sich die Region in den letzten Jahren verändert hat und ob ich Luang Prabang wiedererkenne 😉 Für alle, die uns wieder auf unserer Reise begleiten wollen, starte ich mit einer Übersicht welche Länder, Orte und Attraktionen wir auf unserer dreiwöchigen Reise besuchen wollen:

Los geht es mit einer kurzen Stippvisite in Bangkok, hier steht natürlich das Essen, die Straßenmärkte und die großen Tempel im Fokus. Ein kurzer Flug bringt uns nach Siem Reap in Kambodscha. Hier gönnen wir uns 3,5 Tage, um die Tempel und Ruinen im Gebiet von Angkor Wat zu entdecken. Vor allem hier wird sich zeigen welchen Einfluss der Tourismus in der Region über die Jahre gehabt hat. Bei meiner ersten Reise hierher besuchten rund eine halbe Million Touristen die Tempel, letztes Jahr stieg die Zahl auf über 2 Millionen.

Um uns von der Menge an Tempeln und der anstrengenden Fahrt nach Laos zu erholen gönnen wir uns einen kleinen Strandurlaub in Si Phan Dong. Im Westen sind diese Inseln im Mekong auch als “4000 Inseln” bekannt. Das wichtigste hier sind Hängematte, Radfahren, Reisfelder und Sonnenuntergänge über dem Mekong. Natürlich kommt nach so einem entspannter Kurzurlaub erst einmal ein umfangreicher Reisetag. Also rein ins Boot, rüber zum Festland dann mit schwankendem Bus nach Pakse, um am späten Nachmittag den Flug nach Luang Prabang im Norden des Landes zu erwischen.

Luang Prabang,  die alte Königsstadt am Mekong ist für mich immer eine Oase der Ruhe gewesen – hier laufen die Uhren deutlich langsamer und das Leben im Takt der vielen Klöster ist immer noch genauso geruhsam wie vor 100 Jahren. Hier werden wir neben den Besuchen von Wasserfällen, Klöstern und Palästen auch einen Kochkurs besuchen. Wir sind schon sehr gespannt darauf die laotische Küche durch eigene Erfahrung besser zu verstehen.So, nun kommt natürlich wieder ein Reisetag 😉 Die Fahrt von Luang Prabang nach Vang Vieng ist eine epische Angelegenheit, die den Rahmen  der Erzählung sprengen würde – ich werde gerne berichten welche Variante, Route und Gefährt wir gewählt haben um diese 200KM zu überbrücken…und was der Fahrer dann wirklich macht – nur soviel sei verraten je nach Glück und Wetter kann die Fahrt zwischen 4 und 8h dauern.

Vang Vieng bietet eine der spektakulärsten Landschaften in Laos mit Bergen, Höjlen, unbd Flüsse die zum Wandern, Kayaking und Caving einladen. Leider war Vang Vieng auch jahrelang einer der schlimmsten Backpacker – Hangouts der Welt mit vielen negativen Begleiterscheinungen. Jedes Jahr starben hier einige Backpacker, die nach dem Genuß von Rauschmittel im Fluß ertranken oder beim Caving abstürzten. Auf Druck von einigen Ländern wurden 2012 alle Rave Bars am Fluß geschlossen und Vang Vieng erfindet sich seitdem als familienfreundliche Adventure Destination neu. Hier werden wir bei einer Französisch-laotischen Familie wohnen und hoffentlich einen kleinen Einblick in das alltägliche laotische Leben bekommen

An Silvester fahren wir dann in die Hauptstadt Vientianne, mal sehen was die diplomatische Expat Community an Silvester auf die Beine stellt – auf jeden Fall wird es deutlich ruhiger als in Deutschland – von hier ist es nur noch ein kurzer Flug nach BangkoK und voilà nach 3 Wochen geht es schon wieder zurück nach Deutschland.

Was würde ich an München vermissen?

Kirche Heilig Kreuz Giesing

Heilig Kreuz Kirche Giesing

Schon eine interessante Frage, die die  Blogparade München  hier aufwirt:
Was würde mir in der Fremde fehlen? – Woran würde ich zurückdenken und mir sagen: ach, das war schon was besonderes in München.  Falls –  ja falls man dem Ort für immer den Rücken kehren würde.

Natürlich muss ich als erstes anmerken, dass ich hier gar nicht geboren bin – nein, wie so viele bin ich Wahlmünchner oder besser gesagt Wahlgiesinger – ursprünglich aus dem Schwäbischen mit einem ausführlichen Umweg über Niederbayern habe ich vor 15 Jahren meinen Weg nach München gefunden. Besser gesagt nach Giesing, das zu meiner Heimat wurde und in den letzten Jahren ist mir dieser Fleck Münchens richtig ans Herz gewachsen.
Natürlich genießt man auch hier die Vorzüge der Nähe zur großen Stadt, die in wenigen Minuten erreichbar ist – aber Giesing ist immer noch eine eher beschauliche Vorstadt, die mit ihrem rauhen Charme und ihren Menschen einen erfrischenden Mikrokosmos unserers Millionendorfs bildet.

Meine Zeit in Giesing wurde durch einen längeren Aufenthalt in China unterbrochen, und ja, ich hab mich gefreut hierher zurückzukommen. Nach so einer Erfahrung schätzt man die Beschaulichkeit und Ruhe, die München zu bieten hat – natürlich trägt auch das nahe Oberland mit seinen unzähligen Freizeitmöglichkeiten dazu bei, sich auf eine Rückkehr zu freuen. Und natürlich ist die Aussicht auf saubere Luft und Wasser aus der Leitung trinken zu können schon ein wichtiger Faktor – deren Selbstverständlichkeit man erst im Ausland richtig zu schätzen lernt.

Auer Mühlbach Giesing

Auer Mühlbach Giesing

Aber was genau würde ich hier wohl vermissen?
Als erstes fallen mir die kleinen versteckten Orte Giesings ein, die Beschaulichkeit entlang des Auer Mühlbachs, die Überreste der Herbergshäuser und der Feldmüllersiedlung und natürlich auch den Rosengarten, der trotz seiner gewachsenen Bekanntheit in der Stadt immer noch ein Ort der Beschaulichkeit und Besinnung ist.

Außerdem würden mir die vielen neuen Kaffeeröstereien und kleinen Cafés fehlen, die rechts und links der Isar einen regelrechten Kaffeeboom ausgelöst haben und mit frischen, neuen Ideen und köstlichem Kaffee den Tag ein klein wenig strahlender machen!

Caffé Fausto Giesing

Caffé Fausto Giesing

Je länger ich nachdenke, desto mehr Orte, Begebenheiten und Erlebnisse fallen mir ein, die das Leben hier in München so lebenswert machen. Zum Beispiel kann ich nur unseren lokalen Metzger um die Ecke an einem gut gefüllten Samstag empfehlen – klar wartet man hier dann auch mal ne halbe Stunde, aber was einem hier geboten wird ist so ein pralles, freundliches Leben wie man es eigentlich nur noch in dörflichen Strukturen kennt – Stammkunden werden mit Namen begrüßt, Rezepte werden ausgetauscht und durchdiskutiert und der alte Herr, der bestimmt seit 40 Jahren hier einkauft wird liebevoll daran erinnert, dass seine Frau zum Sontagsbraten noch diese und jene Zutaten braucht. Oder eine türkische Familie, die während der Mühlbachtage stolz die hausgemachten Köstlichkeiten verkauft und an deren Stand sich das Viertel trifft um dann im nächsten Hof weitere exotische Gerichte von einer äthiopischen Familie zu probieren.

Mühlbachtage, Giesing

Mühlbachtage, Giesing

Genau das macht Giesing und den Flair dieser Stadt aus – eine bunte Mischung von alt und neu, Alteingessene und Menschen aus allen Herren Ländern die friedlich zusammen leben und hier nicht nur das Alte bewahren sondern Neues schaffen, das aufregend und interessant ist.

 

 

Blogparade München